Eigentlich sollte es eine ganz entspannte, knapp einstündige Anreise nach Köln werden. Doch die Deutsche Bahn hatte am Sonntagabend wieder einmal völlig andere Pläne für mich. Aus gewohnten 60 Minuten wurden am Ende zermürbende drei Stunden Odyssee mit mehrfachen Umstiegen und ständigen Verzögerungen. Zwischen Frust und der bangen Sorge auf dem Bahnsteig, den Abend komplett zu verpassen, zählte am Ende nur ein einziger Gedanke: Ich muss es pünktlich zum Hauptact schaffen.
Auf einen Blick
- Künstler: Ruel
- Tour: „Kicking & Screaming“ Europatournee
- Genre: Pop / Singer-Songwriter / R&B
- Datum: Sonntagabend
- Ort: Club Volta, Köln (Mülheim)
- Fotos & Text: Jan / Mikro & Manuskript
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Intime Kulisse im Schanzenviertel
Als ich endlich schweißgebadet auf dem Schanzenstraße-Gelände in Mülheim ankam und den Club Volta betrat, fiel all der Anreisestress mit einem Schlag von mir ab. Die Show war ursprünglich in die Kantine verlegt worden, fand nun aber im intimen Rahmen des Club Volta statt – ein absoluter Glücksfall. Der Industrie-Charme der Location passte perfekt zu der aufgeladenen Grundstimmung im dicht gedrängten Saal.
Ruel betritt die Bühne: Energie pur ab der ersten Sekunde
Als Ruel kurz nach acht Uhr unter ohrenbetäubendem Jubel die Bühne betrat, wandelte sich der Raum augenblicklich in einen brodelnden Hexenkessel. Sämtliche Ärgernisse der Anfahrt waren schlagartig vergessen. Der australische Musiker füllte die Bühne mit einer derart gewaltigen Präsenz und natürlichen Ausstrahlung aus, dass die dichte Club-Atmosphäre von der ersten Sekunde an einen extrem nahen, fast schon familiären Austausch zwischen ihm und uns im Publikum ermöglichte.
Stimmliche Brillanz und Gänsehaut-Momente
Musikalisch war dieser Abend eine absolute Offenbarung. Ruels charismatische Stimme klang selbst in den anspruchsvollen, hochfrequentierten Pop-Passagen absolut mühelos, satt und treffsicher. Neben mitreißenden Uptempo-Nummern waren es aber vor allem die reduzierten, akustischen Passagen, die für anhaltende Gänsehaut und feuchte Augen im Saal sorgten.
Das Kölner Publikum erwies sich vom ersten Song „Only Ever“ an als bemerkenswert textsicher. Fast jeder Refrain wurde aus voller Kehle mitgesungen – ein Chorgefühl, das tief unter die Haut ging. Zwischen den Titeln suchte Ruel immer wieder das direkte Gespräch mit uns, erzählte charmante Anekdoten aus seinem Tour-Alltag und zeigte sich sichtlich gerührt von der enormen Energie, die ihm aus dem Raum entgegenschlug.
Ein Finale voller Emotionen
Mit einer perfekten Dramaturgie wogte der Abend zwischen absoluter Ekstase und intimen Emotionen hin und her. Spätestens bei Fan-Favoriten wie „Painkiller“, „Face to Face“ und dem mitreißenden „YOU AGAINST YOURSELF“ gab es im Club Volta kein Halten mehr. Als der letzte Ton von „Kicking My Feet“ verklang, blieb die Erkenntnis: Jede einzelne Minute des Bahn-Chaoses hat sich für diesen magischen Abend gelohnt.
FAQ
- Wo fand das Konzert von Ruel in Köln statt? Das Konzert fand im Club Volta auf dem Schanzenstraße-Gelände in Köln-Mülheim statt.
- Wie war die Stimmung beim Ruel Konzert? Durch den intimen Club-Rahmen war die Atmosphäre extrem dicht, energiegeladen und von einer sehr hohen Textsicherheit des Publikums geprägt.
- Welche Tour spielte Ruel in Köln? Ruel war im Rahmen seiner „Kicking & Screaming“-Europatournee in Deutschland unterwegs.
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