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Ein emotionaler Triumph: Mein viertes Three Days Grace Konzert in Düsseldorf

Als eingefleischter Fan der Band durfte ich zum vierten Mal bei einem Three Days Grace Konzert dabei sein. Ich erinnere mich noch gut an die legendären Shows in der Live Music Hall oder im Gasometer in Wien. Doch heute wurde alles größer. Der größte Unterschied ist die Rückkehr von Adam Gontier. Die beiden Ausnahmesänger, Adam Gontier und Matt Walst, teilen sich die Bühne, und es ist eine unglaubliche Erfahrung – aber der Reihe nach.

Bevor wir überhaupt Three Days Grace zu Gesicht bekamen, betrat die Band Badflower die Bühne der großen Arena. Die 2013 gegründete Band war bereits als Support-Act bei Größen wie Billy Talent oder Greta Van Fleet unterwegs. Der Abend begann daher von Anfang an sehr vielversprechend. Die Jungs demonstrierten dem Düsseldorfer Publikum eindrucksvoll ihr großes Können. Sie wechselten geschickt zwischen schnellen, energiegeladenen Riffs, wie man sie von Songs wie „Don’t Hate Me“ kennt, und langsameren, gefühlvollen Klängen, wie bei der Ballade „Family“.

Badflower: Ein kraftvoller Auftakt

Badflower spielte insgesamt zehn Lieder, darunter Hits wie „Heroin“ und „Ghost“. Josh, der charismatische Sänger der Band, begab sich sogar zweimal in die Menge. Dies kam beim Düsseldorfer Publikum natürlich hervorragend an und sorgte für eine sofortige Verbindung zwischen Band und Fans. Die Länge des Sets führte dazu, dass die Jungs ihren Auftritt etwas überzogen. Sie beendeten ihren Gig kurz vor 21 Uhr unter tosendem Applaus, nachdem sie die Menge bereits ordentlich aufgeheizt hatten. Die Vorband hat ihre Aufgabe definitiv erfüllt und die Messlatte für den Hauptact hochgelegt.

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Three Days Grace: Zwei Stimmen, eine Legende

Anschließend folgte eine gefühlt viel zu lange Umbauphase, die erst gegen 21:20 Uhr endete. Dann erklangen die ersten Töne von „It’s All Over“. Langsam betraten die Musiker von Three Days Grace die Bühne. Als Erster kam Gitarrist Barry Stock, gefolgt von Bassist Brad Walst und Drummer Neil Sanderson. Schließlich betraten die beiden Protagonisten die Bühne: Adam Gontier, der nach elf Jahren Pause zur Band zurückkehrte, und Matt Walst. Die Show begann mit „Dominate“. Ja, die Band dominierte und kontrollierte das überwiegend junge Publikum sofort vom ersten Ton an.

Es folgten einige neue Songs und geliebte ältere Lieder aus der Diskografie. Dazu gehörten emotionale Tracks wie „Break“, „Home“ und „Mayday“. Dann kam der erste große Höhepunkt für mich persönlich mit „Pain“. Dieses kraftvolle Stück vom „One-X“-Album begleitet mich mittlerweile schon seit 20 Jahren. Die gesamte vordere Reihe und ich sangen lauthals mit und genossen jede Sekunde dieser mitreißenden Darbietung.

Die Gänsehaut-Momente des Abends

Kurz danach folgte der zweite Höhepunkt, der in diesem Moment wahrscheinlich nicht nur für mich, sondern für alle Anwesenden galt. Es war die älteste Single der Band: „(I Hate) Everything About You“. Das Publikum flippte regelrecht aus. Wer bis dahin noch ruhig gestanden oder gesessen hatte, konnte nicht mehr still sein. Man musste sich einfach im Rhythmus der Musik bewegen und mitsingen. Das war einer der stärksten Momente dieses Three Days Grace Konzerts für mich.

Kurz darauf verließen alle Musiker die Bühne. Nur Adam Gontier blieb mit einer Akustikgitarre zurück und begann, „Creep“ von Radiohead zu spielen. Das war persönlich etwas enttäuschend. Da ich das Original schon zweimal live gehört habe, konnte ich mich mit Adams Darbietung nicht vollends anfreunden. Aber wie bekanntlich die Geschmäcker verschieden sind, feierten einige der Gäste dieses intime Stück sehr. Anschließend kamen alle Musiker zurück und wurden bei dem Song „Don’t Wanna Go Home Tonight“ von Cale Gontier an der Akustikgitarre verstärkt. Auch das war ein weiterer emotionaler Höhepunkt des Abends.

Es folgten noch einige Lieder, bis wir schließlich bei „Painkiller“ angekommen waren. Es war der Wahnsinn, das Lied nach sechs Jahren wieder live zu erleben. Jedes Mal, wenn ich die Live-Performance dieses Songs erlebe, bekomme ich Gänsehaut. Danach folgten noch die Klassiker „Never Too Late“ und „Riot“. Mit diesen Songs endete das hochemotionale Konzert.

Fazit: Ein unvergesslicher Abend

Das Three Days Grace Konzert in Düsseldorf war ein voller Erfolg und ein unvergessliches Erlebnis. Die Rückkehr von Adam Gontier hat der Band eine unglaubliche neue Energie und Tiefe verliehen. Die Kombination der beiden Sänger auf der Bühne funktioniert hervorragend und bietet den Fans das Beste aus allen Schaffensperioden. Mit der kraftvollen und überzeugenden Vorband Badflower war es ein rundum gelungener Abend, der die Herzen aller Rockfans höherschlagen ließ. Three Days Grace hat einmal mehr bewiesen, warum sie zu den festen Größen der Rockszene gehören. Wir freuen uns schon auf die nächste Tour.

Alle Fotos Jan Bonk

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