Gestern Abend startete in Köln ein Ereignis, auf das die Symphonic-Metal-Welt sehnsüchtig gewartet hat. Die „Arcane Dimensions Tour 2026“ vereint drei absolute Hochkaräter des Genres auf einer Bühne. Alle drei Acts gehören zur Speerspitze der Szene und verfügen über eine extrem treue Fangemeinde. Schon vor dem Einlass spürte man die knisternde Energie und die Vorfreude der wartenden Menge. Es ist selten, dass ein Tour-Paket so stimmig geschnürt ist wie in diesem Fall. Die Kombination aus symphonischer Epik, modernem Dance-Metal und feinfühligem Solo-Songwriting verspricht einen Abend der Superlative. Trotz der Herausforderungen einer ersten Show wirkte die Atmosphäre in der Halle bereits elektrisierend und hochemotional.
Charlotte Wessels: Ein magischer Beginn
Den Abend eröffnete Charlotte Wessels mit einem beeindruckenden und zugleich sehr persönlichen Auftritt. Die Frau, die früher mit Epica zusammenarbeitete, überzeugte als Solokünstlerin auf ganzer Linie und riss das Publikum sofort mit.
Epica: Epische Momente und Gänsehaut-Garantie
Nach einer längeren Umbaupause betraten Epica die Bühne und lieferten eine Show der Extraklasse ab. Das Bühnenbild dominierte die Band mit riesigen LED-Leinwänden, die sie sehr bedacht und wirkungsvoll einsetzten. Ein absolutes Highlight war der Song „Never Enough“, den die Band zum ersten Mal seit 2013 wieder live spielte. In dem Moment, als die Leinwände angingen, erlebte die Halle einen puren Magic-Moment mit Gänsehaut-Garantie. Simone Simons glänzte wie gewohnt mit ihrer glasklaren Stimme und einer unglaublichen Präsenz. Die Band überraschte die Fans zudem mit mehreren Live-Premieren wie „Eye of the Storm“. Ein weiteres episches Ereignis war das Duett „Sirens“ mit Charlotte Wessels, das live einfach nur majestätisch wirkte. Die Setlist bot eine perfekte Mischung aus neuen Klängen und Klassikern wie „Cry for the Moon“. Epica bewiesen gestern Abend eindrucksvoll, warum sie seit Jahrzehnten den Thron des Genres mitbesetzen.
Amaranthe: Liebe und pure Energie zwischen Band und Fans
Man fragte sich im Vorfeld, ob Amaranthe nach diesem Auftritt noch einen draufsetzen können. Doch schon beim Opener „Fearless“ wurde klar, warum diese Band seit 18 Jahren so gefeiert wird. Der Kontakt zwischen der Band und dem Publikum war von der ersten Sekunde an magisch. Man spürte die ehrliche Liebe der Musiker zu ihren Fans in jedem Blick und jeder Geste. Das Bühnenbild blieb ohne großen Schnickschnack und rückte das „The Catalyst“-Artwork in den Mittelpunkt. Das zentrale Schlagzeug und die wechselnden Lichtstimmungen erzeugten für jeden Song die passende Atmosphäre. Besonders das Live-Debüt von „Chaos Theory“ kam beim Publikum extrem gut an. Mein persönlicher Favorit „Archangel“ hieb mich förmlich um und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Amaranthe spielten sich mit einer gesunden Mischung aus Klassikern wie „Amaranthine“ und neuen Hits direkt in die Herzen der Zuschauer.
Ein Abend für die Geschichtsbücher
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Tour-Auftakt ein voller Erfolg für alle Beteiligten war. Die langen Umbauphasen zeigten zwar, dass die technischen Abläufe bei drei komplexen Setups noch etwas Feinschliff benötigen. Das ist jedoch bei der allerersten Show einer so großen Produktion völlig normal und verzeihlich. Die musikalische Qualität und die Spielfreude aller drei Bands machten die kleinen Verzögerungen mehr als wett. Besonders die Vielfalt der dargebotenen Stile innerhalb des Metals sorgte für eine stetige Spannungskurve. Jeder Act brachte seine ganz eigene Note und ein individuelles visuelles Konzept in den Abend ein. Die Fans verließen die Halle mit strahlenden Gesichtern und der Gewissheit, etwas Besonderes erlebt zu haben. Die „Arcane Dimensions Tour“ wird zweifellos als eines der Highlights des Jahres 2026 in Erinnerung bleiben. Wir freuen uns schon jetzt auf die kommenden Berichte von den weiteren Stationen dieser Reise.
Alle Fotos JB der laufende Fotograf





































































































