Es gibt Bands, die spielen Konzerte, und es gibt Biffy Clyro. Gestern Abend verwandelten die Schotten die Mitsubishi Electric Halle in einen Ort purer Energie. Mein Biffy Clyro Düsseldorf Konzertbericht zeigt: Es war weit mehr als nur ein gewöhnlicher Auftritt. Von der ersten Sekunde an spürte man eine fast greifbare Spannung im Raum. Die Band bewies, dass sie trotz schwieriger Umstände eine unbezwingbare Einheit bildet. Simon Neil und seine Mitstreiter nahmen uns mit auf eine Reise durch Licht und Schatten. Es war eine Show, die zwischen brachialen Riffs und zerbrechlichen Momenten perfekt balancierte. In diesem Biffy Clyro Düsseldorf Konzertbericht erfährst du, warum dieser Abend so einzigartig war.
Mutige Klänge zum Auftakt
Der Start des Abends war alles andere als gewöhnlich. Statt eines sicheren Hits wählte die Band „Multistability 1-B“ von Mark Fell als Intro. Dieser atmosphärische Beginn forderte die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Direkt danach folgten mit „A Little Love“ und „Hunting Season“ zwei Songs vom aktuellen Album Futique. Man merkte sofort, in welcher emotionalen Verfassung sich die Band derzeit befindet. Die neuen Stücke klangen hungrig, frisch und absolut ehrlich. Sie setzten den Ton für eine Setlist, die keine Wünsche offen ließ. Die Halle war ab dem ersten Takt voll da.
Das fehlende Glied und eine starke Vertretung
Natürlich stand ein Thema über dem gesamten Abend: die Abwesenheit von Bassist James Johnston. Simon Neil sprach mehrfach sehr bewegt über das „fehlende Glied“ der Band. Dennoch lieferte Naomi MacLeod am Bass eine absolut beeindruckende Performance ab. Sie spielte nicht nur präzise, sondern mit einer Intensität, die fast wie eine Verbeugung vor James wirkte. Man spürte, wie sehr die Band auf der Bühne zusammenrückte. Diese menschliche Komponente machte das Konzert noch intensiver. Musikalisch fehlte es an nichts, doch die emotionale Lücke war Teil der Magie.
Zwischen Circle Pit und Gänsehaut
Mit „That Golden Rule“ und „Who’s Got a Match?“ wurde die Halle zum Hexenkessel. Die Energie in Düsseldorf war vom ersten Moment an elektrisierend. Simon Neils Stimme wirkte dabei nahezu makellos und voller Ausdruckskraft. Besonders bei der Hymne „Space“ erreichte der Abend einen ersten emotionalen Höhepunkt. Das Lichtdesign und die epische Klangwand sorgten für kollektive Gänsehaut-Momente. Sogar ein kleiner Circle Pit entstand bei „Wolves of Winter“. Das ist in einer solch großen Halle wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Biffy Clyro meisterten das Spiel zwischen Euphorie und Melancholie einfach perfekt.
Ein Wechselbad der Gefühle
Der Abend war geprägt von ständigen Stimmungswechseln. Auf den Jubel bei „Biblical“ folgte die bedrückende Stille von „A Thousand and One“. Besonders „Different People“ blieb mir durch die eindringlichen Streicher-Sounds im Gedächtnis. Es entstand eine fast schon erdrückende Intensität im Raum. Bei „A Hunger in Your Haunt“ bewies die Band dann wieder ihre Arena-Qualitäten. Die gewaltigen Chöre aus dem Publikum füllten jeden Winkel der Mitsubishi Electric Halle. Echte Fan-Favoriten wie „Black Chandelier“ und „Mountains“ sorgten für weitere Wellen purer Energie. Visuell beeindruckten zudem die Projektionen bei „Two People in Love“.
Magie im Zugabenteil
Der wohl emotionalste Moment kam jedoch während der Zugabe mit „Machines“. Simon Neil stand fast allein da, reduziert und zerbrechlich. Die Halle sang geschlossen jede Zeile mit, während er sich dankbar zurücknahm. Es war ein Moment absoluter Verbundenheit zwischen Band und Fans. Danach explodierte die Stimmung förmlich mit „The Captain“ und jeder Menge Konfetti. „Living Is a Problem Because Everything Dies“ und „Bubbles“ ließen niemanden mehr stillstehen. Das Finale mit „Many of Horror“ fühlte sich trotz seines Alters unglaublich frisch an. Ohne großes Drama verließ die Band schließlich die Bühne.
Ein Fazit voller Ehrlichkeit
Biffy Clyro haben in Düsseldorf gezeigt, warum sie zur Weltspitze gehören. Dieses Konzert war roh, ehrlich und zutiefst menschlich. Sie haben bewiesen, dass sie auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Intensität verloren haben. Es war ein Abend voller Höhen und Tiefen, der lange nachhallen wird. Wer dabei war, wird diese Energie so schnell nicht vergessen. Biffy Clyro sind und bleiben eine Naturgewalt auf der Bühne. Danke für diesen unvergesslichen Abend in NRW!
Alle Fotos: JB der laufende Fotograf
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