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Father Mother Sister Brother: Jim Jarmuschs meisterhaftes Familien-Triptychon

Father Mother Sister Brother

Das Arthouse-Kino des Jahres 2026 erreicht im Februar seinen ersten großen Höhepunkt. Mit Father Mother Sister Brother präsentiert Regie-Legende Jim Jarmusch sein neuestes Werk, das bereits bei den Filmfestspielen von Venedig triumphierte. Der Film, der den begehrten Goldenen Löwen gewann, ist als behutsam komponiertes Triptychon angelegt. In drei Kapiteln erkundet Father Mother Sister Brother die komplexen Dynamiken zwischen erwachsenen Kindern und ihren teils distanzierten Eltern. Jede Geschichte spielt in der Gegenwart, jedoch an einem anderen Schauplatz: In den USA, in Irland und in Frankreich. Jarmusch beweist hier erneut sein Gespür für ruhige, beobachtende Charakterstudien. Dabei verzichtet er auf Wertungen und lässt stattdessen eine feine Melancholie durch die Szenen fließen. Es ist ein Film, der trotz seiner Tiefe immer wieder komödiantische Züge trägt.

Drei Kapitel, drei Länder, eine filmische Reise

Die Struktur von Father Mother Sister Brother ist so ungewöhnlich wie faszinierend. Das Kapitel „FATHER“ entführt uns in den Nordosten der USA und legt den Grundstein für die emotionale Reise. Im zweiten Teil, „MOTHER“, bildet das atmosphärische Dublin die Kulisse für ein tiefgreifendes Wiedersehen. Den Abschluss bildet „SISTER BROTHER“, angesiedelt im romantischen, aber hier eher melancholischen Paris. Diese geografische Trennung spiegelt die inneren Distanzen der Familienmitglieder perfekt wider. Jim Jarmusch nutzt die unterschiedlichen Kulturen und Landschaften, um universelle Wahrheiten über das menschliche Miteinander zu erzählen. Der Film bleibt dabei stets authentisch und nah an seinen Figuren. Es ist eine Einladung, die Untiefen familiärer Bindungen ganz ohne Zeitdruck zu erkunden.

Ein stargespicktes Ensemble für ein großes Werk

Für Father Mother Sister Brother konnte Jarmusch einen Cast gewinnen, der seinesgleichen sucht. Tom Waits und Adam Driver stehen erneut gemeinsam vor der Kamera und liefern eine beeindruckende Performance ab. Unterstützt werden sie von Schauspielgrößen wie Cate Blanchett, Charlotte Rampling und Mayim Bialik. Auch Vicky Krieps zeigt in diesem Werk einmal mehr ihre enorme schauspielerische Bandbreite. Abgerundet wird das Ensemble durch Indya Moore, Luka Sabbat und Françoise Lebrun. Jede Rolle ist mit einer Präzision besetzt, die den Charakterstudien eine unglaubliche Tiefe verleiht. Man merkt dem Film an, dass hier Künstler am Werk waren, die das Medium Kino als echte Ausdrucksform begreifen. Die Chemie zwischen den Darstellern trägt das Triptychon über die gesamte Spielzeit.

Warum man diesen Kinostart nicht verpassen darf

Wer das Werk von Jim Jarmusch schätzt, wird in diesem Film viele bekannte Motive wiederfinden. Der lakonische Humor und die Liebe zum Detail sind auch in diesem Spätwerk omnipräsent. Father Mother Sister Brother ist jedoch weit mehr als nur ein „typischer Jarmusch“. Es ist eine reife Meditation über das Älterwerden und die Suche nach Versöhnung. Die Auszeichnung in Venedig unterstreicht die Relevanz dieses Stoffes für die heutige Zeit. Es ist ein Film, der entschleunigt und den Blick für das Wesentliche schärft. Für Kinofreunde ist dieser Start am 26. Februar ein absoluter Pflichttermin. Lassen Sie sich auf dieses außergewöhnliche filmische Experiment ein.

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