Wenn die Nadel das erste Mal auf die Platte trifft, wird sofort klar: Wüstenberg The Kings Gambit ist kein gewöhnliches Mainstream-Album. Franz Wüstenberg, bekannt als Mitbegründer der Band The O’Reillys and the Paddyhats, schlägt hier ein neues, extrem persönliches Kapitel auf. Das Album Wüstenberg The Kings Gambit fühlt sich ehrlicher und deutlich rockiger an als seine bisherigen Projekte. Besonders beeindruckend ist die technische Umsetzung der Vinyl. Die Platte besteht zur Hälfte aus klassischem schwarzem und zur Hälfte aus durchsichtigem Material. Trotz meiner anfänglichen Skepsis gegenüber Hybrid-Pressungen ist der Ton hier absolut sauber. Kein Knistern stört den Übergang, die Postproduction hat hier ganze Arbeit geleistet. Es ist ein Album, das musikalisch und emotional tief geht und den Hörer sofort in seinen Bann zieht.
Schachmatt und Gänsehaut: Die Highlights des Albums
Der Titeltrack „The King’s Gambit“ ist für mich das Herzstück der Platte. Das Leben wird hier als Allegorie auf einem Schachbrett dargestellt. Wir bewegen unsere Figuren zwischen Schwarz und Weiß, wobei jede Entscheidung unsere Umgebung nachhaltig verändert. Diese Ängste und Hoffnungen sind wunderschön in das Thema Schach verpackt. Ein weiterer Anspieltipp ist „Call me a fool“. Musikalisch ist das ein absoluter „Bänger“, der eigentlich in jede Radio-Playlist gehört. Die Mischung aus irischen Rhythmen, rockigen Riffs und einer klagenden Violine ist perfekt produziert. Dazu kommt eine Prise Blues, die dem Song eine besondere Tiefe verleiht. Man wünscht sich beim Hören sofort, diesen Song einmal live auf einer Bühne erleben zu dürfen.
Gepäcklose Reisen und musikalische rote Fäden
Ein Song, der mich persönlich sehr hart getroffen hat, ist „Man With no baggage“. Er beschreibt eine Zugreise nach Österreich, die ich selbst oft gemacht habe. Es geht um die Frage, wie es wäre, ohne die Last der Vergangenheit neu zu beginnen. Wir sammeln auf unserer Lebensreise ständig neues Gepäck und neue Erfahrungen. Musikalisch dominieren hier rockige Gitarren, die durch sanfte Violinen im Hintergrund perfekt entschärft werden. Der rote Faden des Albums bleibt dabei immer der irische Folk. Auch wenn Nummern wie „Paradox of Love“ etwas sanfter daherkommen, bleibt die Stimmung konsistent. Wüstenberg und sein Team haben hier ein Werk geschaffen, das in jedem Takt überzeugt.
Hinter den Kulissen und Live-Ausblick
Wer mehr über die Entstehung erfahren möchte, dem empfehle ich einen Blick auf die offizielle Webseite. Dort gibt es spannende Einblicke hinter die Kulissen der Produktion. Wahrscheinlich schmunzeln die Macher über meine Begeisterung für die Song-Übergänge, aber diese Details machen den Unterschied. Für mich ist dieses Album ein absolutes Jahreshighlight. Ich hoffe sehr, Franz Wüstenberg bald live zu sehen und vielleicht sogar einige Konzertfotos machen zu können. Dieses Jahr hat musikalisch jedenfalls schon jetzt einen extrem starken Start hingelegt. Mein Plattenspieler wird diese Scheibe sicher noch sehr oft drehen dürfen. Ein großes Kompliment an alle Beteiligten für dieses emotionale und handwerklich perfekte Album.

Weitere Review bei uns:
- Wüstenberg The Kings Gambit: Ein ehrliches Meisterwerk auf Vinyl
Wenn die Nadel das erste Mal auf die Platte trifft, wird sofort klar: Wüstenberg The Kings Gambit ist kein gewöhnliches Mainstream-Album. Franz Wüstenberg, bekannt als Mitbegründer der Band The O’Reillys - Dick Brave: „Back for Good“ – Rock’n’Roll kehrt als Solostatement zurück
In der deutschen Musiklandschaft gibt es nur wenige Künstler, die den Mut haben, ihr eigenes Image konsequent neu zu erfinden. Sasha gehört zweifellos dazu. Doch wer Dick Brave immer noch - Long Distance Calling Live at Lichtburg: Ein akustisches Denkmal in Essen
Die Veröffentlichung von Long Distance Calling Live at Lichtburg markiert einen besonderen Moment. Diese Instrumentaler Rock Band aus Münster hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten an die Spitze des - Der Preis des Lichts: Jessie J’s triumphales Manifest Don’t Tease Me With A Good Time – Jessie J Albumreview
Ich gebe es zu: Als die Nachricht von Jessie J’s neuem Album Don’t Tease Me With A Good Time meine Kopfhörer erreichte, fühlte es sich an wie das Ende einer - Aerosmith Yungblud One More Time: Ein überraschender Triumph des generationsübergreifenden Rocks
Hier kommt unsere Aerosmith Yungblud One More Time Review. Mit „One More Time“ legen Aerosmith und Yungblud eine musikalische Zusammenarbeit vor, die man in der Rocklandschaft kaum erwartet hätte. Zwei - Dennis van Aarssen Souvenirs: Die leidenschaftliche Verneigung eines modernen Crooners – Unsere Review
Wie schreibt man eine Plattenreview für ein Album, auf das man sich wochenlang gefreut hat? Ich versuche es einfach – hier ist meine Review zu Dennis van Aarssen Souvenirs. Mit - The Bros. Landreth Dog Ear Albumkritik: Das Americana-Meisterwerk über die Konstante im Leben
Hier liest Du unsere The Bros. Landreth Dog Ear Albumkritik! Das vierte Studioalbum „Dog Ear“ von The Bros. Landreth, veröffentlicht am 14. November 2025, ist mehr als nur ein weiteres - Michael Patrick Kelly TRACES: Die verdiente Nummer 1 der Charts – Unsere Review
Warum dieses Album zutiefst berührt und überzeugt Hier ist unsere Michael Patrick Kelly TRACES Review. Mit „TRACES“, das am 31. Oktober 2025 erschien, hat Michael Patrick Kelly nicht nur ein










