Berlin-Neukölln hat eine neue Stimme, und sie ist laut, schnell und verdammt direkt. Mit dem Album Deine Nachbarn Brandstiftung Review werfen wir heute einen Blick auf das Debüt einer Band, die sich nicht anbiedern will. Erschienen am 13. Februar 2026 – ausgerechnet an einem Freitag –, ist diese Platte weit mehr als nur eine Sammlung von Songs. Sie ist ein Gedankenspiel über den ganz normalen Wahnsinn. Die Deine Nachbarn Brandstiftung Review zeigt: Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen. Zwischen Wut, Angst und Alltagsproblemen brennt sich dieses Album direkt in die Gehörgänge ein und hinterlässt eine klare Botschaft.
Ein Spiegelbild des Alltags
Wer „Deine Nachbarn“ bereits seit der EP von 2025 verfolgt, wird einige Bekannte wiedertreffen. Songs wie „Ungehorsam“, „Mein Nachbar“ und „Verwunderlich“ haben ihren Weg auf das Album gefunden. Auch das im November 2025 veröffentlichte „Kaufland“ ist dabei. Dennoch bieten die sieben neuen Tracks genug Zündstoff. Die Texte behandeln Themen, die uns alle betreffen: Ärger beim Einkaufen, Berufswahl-Stress oder Stammtischparolen. Sänger Jannis schreit seine Botschaften teilweise regelrecht heraus. Dabei ist sein Gesang oft so schnell, dass man als Hörer genau hinhören muss. Ein Textblatt wäre bei diesem Tempo eine echte Erleichterung gewesen, doch die Direktheit kommt auch so an.
Musikalische Grenzgänger
Musikalisch lässt sich das Album schwer in eine einzige Schublade stecken. Die Basis ist ein druckvoller Mix aus Punk, Indie und Alternative. Doch „Deine Nachbarn“ gehen weiter. Es finden sich Rap-Passagen, Hip-Hop-Elemente und sogar Flamenco-Klezmer-Vibes. Produzent Christian Schilgen, bekannt durch seine Arbeit für Egotronic, hat hier ganze Arbeit geleistet. Er verleiht der Platte eine Mischung aus Druck, Klarheit und kontrolliertem Chaos. Trotz der ganzen Energie gibt es ruhigere Momente wie „Ein guter Clown“. Hier zeigt die Band, dass sie auch harmonisch überzeugen kann, ohne ihre Bissigkeit zu verlieren.
Die Vinyl-Version: Ein haptisches Erlebnis
Besonders auf Vinyl entfaltet „Brandstiftung“ seinen ganz eigenen Charme. Der Sound ist warm und dennoch kantig, was perfekt zur rauen Stimme von Jannis passt. Es ist keine Platte für den romantischen Kerzenschein. Es ist der Soundtrack für das ehrliche Gespräch um drei Uhr morgens, wenn die Masken fallen. Das Album fühlt sich solidarisch an – eine Umarmung für alle, die sich nie ganz „normal“ gefühlt haben. Es ist eine Kampfansage an die Maßlosigkeit der Gesellschaft. Wer die Platte auf den Plattenteller legt, sollte bereit sein für eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen schlechter Laune und tanzbarem Widerstand.
Fazit zum Debütalbum
„Brandstiftung“ ist ein mutiges Debüt, das lieber aneckt als gefällt. „Deine Nachbarn“ beweisen, dass Widerstand tanzbar sein kann. Die Release-Party in Berlin mit Gästen wie „1312 Mindestlohn“ war der perfekte Startschuss für dieses Werk. Es ist eine Platte für alle, die ihre Wut nicht weglächeln wollen. Ob als Brandmauer gegen den Frust oder als Antrieb, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: Dieses Album bleibt hängen. Wer ehrlichen Punk mit Hirn und Herz sucht, kommt an dieser Veröffentlichung nicht vorbei. Ein starkes Stück Neukölln, das hoffentlich noch viel Staub aufwirbeln wird.
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