Wenn Widerstand einen Soundtrack hätte, dann klang er gestern Abend genau so. Mit dem Grandson Köln Konzert 2026 im Rahmen seiner „Inertia“-Tour bewies der kanadisch-amerikanische Musiker Jordan Edward Benjamin eindrucksvoll, warum er derzeit als einer der wichtigsten Sozialkommentatoren der Rockmusik gilt. Das Carlswerk Victoria war bis zum Bersten gefüllt mit Menschen, die nicht nur für die Musik, sondern für die Haltung gekommen waren. Das Grandson Köln Konzert 2026 bot dabei weit mehr als nur eine Aneinanderreihung von Hits. Es war ein hochemotionaler Safe Space, an dem Wut, Verzweiflung und Hoffnung in einer explosiven Mischung aus Rock, Hip-Hop und Trap aufeinandertrafen. Begleitet von der Punk-Wucht von Pinkshift wurde der Abend zu einer kollektiven Katharsis.
Pinkshift: Lautstarker Protest aus Baltimore
Den Auftakt machten Pinkshift aus Maryland, und sie fackelten nicht lange. Frontfrau Ashrita Kumar stürmte die Bühne und machte sofort klar: Ärger ist ein Werkzeug, kein Hindernis. Mit einer ungestümen Performance und Songs wie „Anita Ride“ oder „Authority Problem“ rissen sie das Kölner Publikum sofort mit. Ihre Mischung aus Punk und Hardcore fühlte sich absolut authentisch an. Kumar nutzte die Pausen für klare Ansagen zur politischen Lage in den USA und zum Thema Identität. Es war der perfekte Support, da die Band dieselbe kompromisslose Energie ausstrahlt, die auch den Hauptact auszeichnet. In der Menge entstanden bereits bei den ersten Songs die ersten Moshpits.
Grandson und die totale Katharsis
Kurz nach 21:00 Uhr explodierte die Stimmung endgültig. Nach einem Intro von Rage Against the Machine startete Grandson direkt mit „AUTONOMOUS DELIVERY ROBOT“ durch. Die Show war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Das neue Album „Inertia“ wurde komplett gespielt und live in ein brachiales Gewand gehüllt. Besonders stark war das Nu-Metal-Upgrade des Bob Dylan Covers „Masters of War“. Zwischen den Songs bezog Grandson unmissverständlich Stellung gegen Rassismus, Homophobie und politische Ungerechtigkeit. „If for you to feel bigger, you need somebody else here to feel like they can’t be themselves, then just get the fuck out“, lautete seine klare Ansage an das Publikum, die mit lautem Jubel quittiert wurde.
Emotionale Momente und ein episches Finale
Einer der bewegendsten Augenblicke war die Akustik-Version von „Heather“. Nur mit Gitarre und seiner verletzlichen Stimme widmete Jordan den Song all jenen, die wir auf dem Weg verloren haben. Es war ein Moment der Stille in einem ansonsten hektischen und lauten Set. Doch die Ruhe hielt nicht lange: Mit dem Welthit „Blood // Water“ erreichte die Energie ihren absoluten Siedepunkt. Die gesamte Halle sang, sprang und schrie sich den Frust von der Seele. Es war das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Man verließ das Carlswerk Victoria nicht einfach nur mit einem Pfeifen in den Ohren, sondern mit einer Energie, die Mut macht, im Alltag weiter für das Richtige einzustehen.
















































