In Sofia ist die erste Klappe gefallen. Die Kinofilm Snowdancer Dreharbeiten markieren den Beginn eines ambitionierten internationalen Projekts. Regisseur Zsolt Bács bringt die bewegende Lebensgeschichte des Sinto-Boxers Johann „Ruky“ Trollmann auf die Leinwand. Trollmann, der 1933 Deutscher Meister im Halbschwergewicht wurde, ist bis heute eine Legende. Sein tänzelnder Boxstil passte jedoch nicht in das rassistische Weltbild der Nationalsozialisten. Deshalb wurde ihm sein rechtmäßig errungener Titel kurzerhand wieder aberkannt. Während der Kinofilm Snowdancer Dreharbeiten wird deutlich, dass dies kein reiner Sportfilm ist. Es ist ein tiefgreifendes Drama über den Kampf um Würde und das Überleben. Sándor Funtek verkörpert den charismatischen Boxer, der schließlich im Konzentrationslager Neuengamme landet. Dort kämpft er nicht mehr um Gold, sondern um die Zukunft seiner Tochter.
Ein hochkarätiges Ensemble vor der Kamera
Die Besetzung liest sich wie ein Who-is-Who des europäischen Kinos. An der Seite von Funtek spielt Tobias Moretti den Boxpromoter Magnus Zerchow. Sabin Tambrea übernimmt die düstere Rolle des KZ-Kommandanten Max Pauly. Auch Simon Morzé und Gregor Bloéb verstärken den Cast dieses emotionalen Epos. Produziert wird das Werk von tempest film in Zusammenarbeit mit Samba Pictures. Der Regisseur Zsolt Bács, der auch das Drehbuch verfasste, legt Wert auf Authentizität. Er möchte zeigen, wie Trollmann selbst unter unmenschlichen Bedingungen seine Menschlichkeit bewahrte. Die Dreharbeiten in Bulgarien schaffen dafür die notwendige visuelle Intensität. Das Publikum darf sich auf eine Geschichte freuen, die weit über den Boxring hinausgeht.
Zwischen Ruhm und Abgrund: Die wahre Geschichte
Johann Trollmann wuchs in Hannover auf und wurde dort schnell zum lokalen Helden. Sein Boxstil war seiner Zeit weit voraus und begeisterte die Massen. Doch der Erfolg des Sinto war dem NS-Regime ein Dorn im Auge. Nach der Aberkennung seines Titels wurde er trotz seiner Verdienste an der Front deportiert. Im Lager trifft er auf seinen alten Rivalen Heinrich Dorf, gespielt von Valentin Postlmayr. Dorf nutzt seine Macht als SS-Oberscharführer, um Ruky endgültig zu brechen. In dieser grausamen Umgebung wird das Boxen zu einer Überlebensstrategie. Ruky muss SS-Soldaten trainieren, während sein Herz bei seiner kleinen Tochter Rita ist. In Briefen erschafft er für sie eine Welt voller Hoffnung. Diese Vater-Liebe bildet den emotionalen Kern des gesamten Films.
Ein Held für die heutige Zeit
Produzent Helge Sasse betont die Relevanz dieses Stoffes für die Gegenwart. Trollmann war ein Mann, der Rassismus und Verachtung mit aufrechtem Gang begegnete. Der Film möchte daran erinnern, was uns als Menschen wirklich ausmacht. Zsolt Bács, der nach einer erfolgreichen TV-Karriere nun dieses Herzensprojekt realisiert, sieht in Trollmann ein Vorbild. SNOWDANCER ist eine Koproduktion, die den internationalen Markt im Blick hat. Der voraussichtliche Kinostart ist für das Jahr 2027 geplant. Bis dahin wird mit Hochdruck an der Fertigstellung des Dramas gearbeitet. Es ist eine Mahnung gegen das Vergessen und eine Hommage an einen außergewöhnlichen Sportler. Ein Held, der sich selbst im Angesicht des Todes nicht brechen ließ.
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