Am heutigen Abend verwandelte sich das Carlswerk Victoria in das „House of Poppy“. Das Poppy Köln Konzert 2026 im Rahmen der „Constantly Nowhere“-Tour war alles andere als eine gewöhnliche Show. Wer Poppy noch als süße Pop-Sängerin in Erinnerung hatte, wurde spätestens beim ersten Breakdown eines Besseren belehrt. Die US-Künstlerin hat die Pop-Maschinerie dekonstruiert und gegen gnadenlosen Metalcore und industrielle Klangflächen eingetauscht. Schon beim Betreten des Clubs fiel der drei Meter hohe Schlagzeug-Monolith auf, der bedrohlich über der Bühne thronte. Ein mit Discokugeln besetztes Mikrofon erinnerte ironisch an vergangene Zeiten, während eine monotone Stimme das Publikum aufforderte, alle Fassaden fallen zu lassen. Das Poppy Köln Konzert 2026 war eine Einladung zum kollektiven Urschrei, der die ausverkaufte Halle bis in die Grundfesten erschütterte.
Support aus Übersee: Adrenalin pur mit Fox Lake und Ocean Grove
Bevor Poppy das Kommando übernahm, heizten Fox Lake aus Denver dem Carlswerk ordentlich ein. Mit ihrem Mix aus Metalcore und Hip-Hop-Attitüde brachten sie die ersten Crowdsurfer zum Fliegen. Ihr Schlagzeuger agierte wie eine „wahnsinnige Kobra“, während der Sänger die Security mit ständigen Moshpit-Aufforderungen auf Trab hielt. Danach folgten Ocean Grove aus Australien. Obwohl sie anfangs leichte Schwierigkeiten hatten, die Spotify-Perfektion in Live-Ekstase zu übersetzen, kippte die Stimmung spätestens beim Lichtermeer der Handytaschenlampen. Das Finale von Ocean Grove endete ebenfalls in einer enthusiastischen Wall of Death, die den Boden des Carlswerks beben ließ. Ein perfektes Warm-up für das, was mit Poppy noch folgen sollte.
Zwischen Kabuki-Horror und Steampunk-Eleganz
Die Show startete brachial mit „Bruised Sky“ und dem wütenden „BLOODMONEY“. Poppy selbst betrat die Bühne in einem weißen Steampunk-Ballkleid, was einen faszinierenden Kontrast zu ihrer maskierten Band bildete. Die Musiker, komplett in Schwarz und mit Masken im Stile des japanischen Kabuki-Theaters, wirkten wie Gestalten aus einem Horrorfilm. Besonders bei „Scary Mask“ explodierte die Energie im Carlswerk. Der Moshpit öffnete sich wie von Geisterhand, und das junge Publikum prallte in ekstatischen Tänzen aufeinander. Poppy wechselte dabei mühelos zwischen sanften, fast zerbrechlichen Gesangslinien und schneidenden Screams. Diese Dualität aus Stärke und Verletzlichkeit ist es, die ihre heutige Magie ausmacht.
Ein Meer aus Körpern: Circle Pits und Walls of Death
Bei „Concrete“ forderte Poppy die Kölner Fans auf, sich zu bewegen – und die Menge lieferte prompt einen riesigen Circle Pit. Die Stimmung erreichte bei „The Centre’s Falling Out“ ihren Siedepunkt, während Rauchfontänen die Bühne in ein dystopisches Licht tauchten. Besonders beeindruckend war die Live-Performance der Bad-Omens-Kollaboration „V.A.N (Violence Against Nature)“, die live eine ungeheure Wucht entfaltete. Die neuen Songs vom Album „Empty Hands“ fügten sich nahtlos in die Setlist ein und lösten gegen Ende des Hauptsets den gewaltigsten Wall of Death des Abends aus. Poppy beherrschte das Publikum mit einer fast schon hypnotischen Kontrolle und trieb die Fans immer wieder zu neuen Höchstleistungen an.
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