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Coco and the Lost Single: Ein surrealer Trip durch die digitale Nacht

Coco and the Lost Single

Die Alt-Pop-Szene in Brighton hat eine neue, aufregende Stimme. Mit der heute erscheinenden Coco and the Lost Single „I Could Go On“ zieht die Künstlerin uns tiefer in ihr surreal-cinematisches Klanguniversum. In der Einleitung dieses Tracks beschreibt Coco einen Zustand, den viele aus schlaflosen Nächten kennen. Das Gefühl zwischen digitaler Überreizung und einem endlosen Scroll durch künstliche Realitäten steht im Mittelpunkt. Die neue Coco and the Lost Single ist dabei wie ein fiebriger Traum konzipiert. Was als äußere Stimme beginnt, wird schnell zum inneren Mantra. Das Konzept der „artificial stupidity“ dient als roter Faden für diesen hypnotischen Song. Musikalisch werden verspielte Pop-Elemente meisterhaft mit düsteren, elektronischen Texturen verwoben. Es ist ein Sound, der gleichzeitig zum Tanzen einlädt und dennoch eine verstörende Tiefe besitzt.

Vom Copywriting zur großen Bühne

Cocos Weg zur eigenen Musik verlief alles andere als gewöhnlich. Obwohl sie in einem musikalischen Umfeld aufwuchs – ihr Vater ist Toningenieur –, probierte sie sich erst in vielen anderen Disziplinen aus. Sie schrieb Comedy-Skripte, tanzte und arbeitete als Copywriterin. Diese Erfahrung im präzisen Umgang mit Worten hört man jedem Satz in „I Could Go On“ an. Erst während des Lockdowns kehrte sie zu ihren Wurzeln zurück. Gemeinsam mit ihrem Vater nahm sie erste Demos auf, was den Startschuss für ihr Projekt markierte. Inzwischen hat sie sich eine beeindruckende Live-Reputation erspielt. Sie eröffnete bereits Shows für The Ting Tings, eine ihrer persönlichen Lieblingsbands. Auch Auftritte im Roundhouse oder bei Electric Brixton festigten ihren Ruf als spannender Live-Act.

Ein Debütalbum zwischen Realität und Eskapismus

Die neue Single ist ein weiterer Vorgeschmack auf das kommende Debütalbum von Coco and the Lost. Das Werk entstand innerhalb von nur sechs Monaten und entwickelte sich schnell zu einem Konzeptalbum. Es geht um Identität, mentale Zustände und die Suche nach echter Verbindung. Coco nutzt Pop als erzählerisches Medium. Ihre Einflüsse reichen von klassischen Musicals bis hin zu cineastischen Bildwelten à la David Lynch. Sie erschafft keine bloßen Songs, sondern ganze Welten, die zwischen Humor und Verletzlichkeit schwanken. Besonders die lebendige Szene in Brighton bietet ihr den nötigen Nährboden für diese kreativen Ausflüge. Coco selbst beschreibt ihre DNA als surreal, introspektiv und bittersüß.

Fazit: Pop als vielschichtiges Erlebnis

„I Could Go On“ beweist, dass Popmusik weit mehr als nur Oberfläche sein kann. Coco and the Lost schafft es, komplexe Themen in ein zugängliches Gewand zu hüllen. Die Single ist ein hypnotischer Kommentar zur Gegenwart, der lange nachwirkt. Wir dürfen gespannt sein, welche Szenen uns auf dem vollständigen Album erwarten. Für Fans von tiefgründigem Alternative Pop ist dieses Release ein absolutes Muss. Coco and the Lost ist bereit, die Grenzen des Genres weiter zu verschieben.

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