Gestern Abend bebte die Kölner Kantine, als das Quartett aus Austin, Texas, die Bühne stürmte. Ein Die Spitz Köln Konzert ist nicht einfach nur ein Musikauftritt, es ist eine Naturgewalt. Die Band, bestehend aus Ava Schrobilgen, Chloe Andrews, Ellie Livingston und Kate Halter, brachte den Dreck und die Hitze des Südens direkt an den Rhein. Schon beim Einzug in die Halle war die Spannung greifbar. Wer Die Spitz kennt, weiß, dass die Grenzen zwischen Bühne und Publikum hier nur eine unverbindliche Empfehlung sind. Das Die Spitz Köln Konzert bewies erneut, warum diese Frauen als die derzeit spannendste Hoffnung des Grunge-Punk gelten. Mit einer Mischung aus roher Gewalt, technischem Können und einer Prise Humor verwandelten sie die Kantine in einen brodelnden Hexenkessel. Von der ersten Sekunde an war klar: Hier wird heute Geschichte geschrieben.
Ein Setlist-Gewitter der Extraklasse
Den Auftakt machte der sludgy Kracher „I hate when GIRLS die“. Die schweren Riffs legten sich wie ein Teppich über die Menge, bevor das Tempo drastisch anzog. Songs wie „Monkey Song“ und „American Porn“ ließen den Moshpit in der Mitte der Halle sofort explodieren. Beeindruckend war vor allem die Agilität der Bandmitglieder. Die Damen tauschten während des Sets mehrfach die Instrumente und den Gesang. Was bei anderen Bands wie ein chaotisches Experiment wirkt, ist bei Die Spitz gelebte Musikalität. Besonders „My Hot Piss“ und „Punishers“ zeigten die ganze Bandbreite ihres Sounds. Zwischen verzerrten Gitarren und gutturalen Schreien blitzten immer wieder melodische Momente auf. Die Kantine kochte, als Ellie Livingston sich das erste Mal in die Menge stürzte.
Inklusivität und Empowerment: Girls to the front!
Ein zentraler Moment bei jedem Auftritt von Die Spitz ist die klare Ansage zur Inklusivität. In Köln rief die Band vor dem Song „RIDING WITH MY GIRLS“ dazu auf, dass die Frauen nach vorne kommen sollen. Dies schuf einen Safe Space für Stagediving und Crowdsurfing, wie man ihn selten sieht. Die Energie war elektrisch, als Dutzende Frauen über die Köpfe der Menge hinwegglitten. Es ist genau diese Verbindung zum Publikum, die Die Spitz so einzigartig macht. Ellie und Katie spielten zeitweise ihre Instrumente, während sie auf den Händen der Fans durch den Raum surften. Dabei verloren sie keinen einzigen Takt. Die Band nutzt ihre Plattform zudem konsequent für politische Statements. Rufe nach Freiheit und Gerechtigkeit sind bei ihnen ebenso Teil der Show wie die schmutzigen Riffs.
Das Finale: Ritterschlag in der Kantine
Die Zugabe startete mit dem Publikumsliebling „Hair of Dog“. Die gesamte Halle bewegte sich wie ein einziger Organismus zum Rhythmus von Chloe Andrews‘ Drums. Den absoluten Höhepunkt bildete jedoch der letzte Song „Throw Yourself to the Sword“. Ellie Livingston kniete sich an den Bühnenrand und vollzog ein fast schon sakrales Ritual. Mit ihrem Schwert „adelte“ sie die Mädchen in der ersten Reihe einzeln. Jede bekam ein persönliches Kompliment, bevor der letzte Akkord in einer Rückkopplungswand verhallte. Es war das perfekte Ende für eine Nacht voller Chaos, Kameradschaft und Empowerment. Wer dieses Konzert verpasst hat, hat eine der intensivsten Live-Erfahrungen des Jahres 2026 versäumt. Die Spitz haben die Messlatte für alles, was folgt, extrem hochgelegt.
Alle Fotos Copyright bei Andreas Müller
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