An diesem Sonntag schien die Sonne über dem Rheinland. Das Wetter erinnerte heute deutlich mehr an den ersten Frühlingstag als an tiefen Winter. In dieser fast schon euphorischen Stimmung machte ich mich auf den Weg nach Köln. Ich wollte endlich einen Künstler live erleben, den ich seit seinem beeindruckenden Auftritt bei Inas Nacht auf meiner „Want to see“-Liste habe. Das SYML Konzert Köln 2026 im Carlswerk Victoria versprach genau die emotionale Tiefe, die man nach so einem sonnigen Tag braucht. Brian Fennell bewies als Kopf hinter SYML erneut, warum er als Meister der melancholischen Klangwelten gilt. Schon vor dem Einlass bildeten sich lange Schlangen vor der Industriehalle in Mülheim. Das SYML Konzert Köln 2026 startete ohne große Effekte, dafür mit einer stimmlichen Präsenz, die sofort den gesamten Raum ausfüllte.
BRE: Herzschmerz aus Minneapolis und eine Weltpremiere
Den Abend eröffnete die Künstlerin BRE, die ursprünglich aus Minneapolis stammt. Sie baute sofort eine sehr persönliche Verbindung zum Kölner Publikum auf. Sichtlich bewegt erwähnte sie die aktuelle Situation in ihrer Heimatstadt, was dem Auftritt eine starke menschliche Ebene verlieh. Schon nach dem ersten Song brandete so lauter und langer Applaus auf, dass man ihr die Rührung deutlich ansehen konnte. Ein absolutes Highlight war ihr Cover von Cyndi Laupers „Time after Time“, bei dem das Publikum lautstark mitsang. Zudem feierte ihre neue Single aus dem kommenden Album „Cover Book“ heute in Köln ihre Live-Premiere. BRE – die man bitte nicht mit dem Berliner Flughafen verwechselt – war der perfekte Support für diesen Abend. Ich hoffe sehr, sie bald auf eigener Headliner-Tour hier begrüßen zu dürfen.
Multiinstrumentale Meisterschaft auf der Bühne
Besonders beeindruckend war die musikalische Vielseitigkeit. Brian Fennell ist ein wahrer Multiinstrumentalist, der mühelos zwischen Klavier und verschiedenen Gitarren wechselt. Doch auch seine Begleitmusiker sind absolute Könner ihres Fachs. Das Ensemble beherrscht eine beeindruckende Bandbreite an Instrumenten, die den Songs im Carlswerk eine enorme Dichte verliehen. Von klassischer Violine bis hin zu den sphärischen Klängen einer Hawai-Gitarre (Lap-Steel) war alles vertreten. Diese instrumentale Vielfalt sorgte dafür, dass selbst die minimalistischsten Stücke eine orchestrale Wucht entwickelten. Man merkte zu jeder Sekunde, dass hier Musiker auf der Bühne stehen, die ihr Handwerk bis ins kleinste Detail lieben und beherrschen.
Eine Setlist voller Überraschungen und Emotionen
Als SYML schließlich die Bühne übernahm, wurde schnell klar, dass Brian Fennell für Köln eine ganz besondere Auswahl an Songs getroffen hatte. Er eröffnete das Set mit „Carry No Thing“ und zog die Zuschauer direkt in seinen Bann. Ein früher Höhepunkt war die Interpretation von „Mister Sandman“, die in seiner Version eine völlig neue, mystische Tiefe bekam. Auch seine Hommage an Billie Eilish mit „when the party’s over“ sorgte für absolute Stille im Raum. Die Dynamik zwischen leisen Momenten wie „Meant to Stay Hid“ und kraftvolleren Stücken wie „Fear of the Water“ war perfekt austariert. Jedes Lied schien eine eigene Geschichte zu erzählen, die Fennell mit seiner unverwechselbaren Stimme zum Leben erweckte.
Das große Finale: Gänsehaut bis zur letzten Note
Zum Abschluss des Abends gab es lange Ovationen für alle Beteiligten. Fennell bedankte sich sichtlich gerührt für den herzlichen Empfang. Mit den abschließenden Songs „Nobody Lives Here“ und dem lang erwarteten „Where’s My Love“ erreichte die emotionale Wucht ihren Höhepunkt. Es war ein Konzert, das nicht durch Lautstärke, sondern durch pure Authentizität überzeugte. Man verließ die Halle mit einem Gefühl der inneren Ruhe und neuer Inspiration. Köln wird diesen sonnigen 8. Februar sicher noch lange als ein Highlight des Konzertjahres in Erinnerung behalten.
Alle Fotos Copyright Jan Bonk









































