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Warum füllen wir bei echter handgemachter Musik nicht mehr die Hallen?

Es ist manchmal wirklich deprimierend, wenn man am Abend durch die Kulturmetropole Köln und ihre Umgebung streift. Obwohl die Domstadt eigentlich für ihre lebendige Musikszene bekannt ist, erschienen die Zuschauer zu diesem besonderen Konzert leider nicht unbedingt zahlreich. Natürlich ist der intime Indie-Folk nicht gerade jedermanns Geschmack, aber erstklassige Live-Musik von einem begnadeten Geschichtenerzähler macht einfach Spaß. Solche ehrlichen Abende wirken wie ein nahrhaftes Abendbrot für die Seele, weshalb die leeren Lücken im Club unendlich schade waren. Das gestrige Jack Cullen Konzert Köln bot trotzdem ein intensives Erlebnis für alle anwesenden Musikgenießer, die den Weg ins Helios 37 gefunden hatten. Wer diesen magischen Abend verpasste, hat definitiv einen intimen Genussabend für das Herz und den Verstand versäumt.

Die wenigen Anwesenden erlebten dafür zwei Künstler, die sich ohne pompöse Show-Effekte vollkommen nackt und ehrlich auf der Bühne präsentierten. Das exklusive Jack Cullen Konzert Köln lebte von dieser hautnahen Interaktion zwischen den Musikern und dem treuen Publikum. Man spürte in jeder Sekunde, wie sehr den Künstlern der direkte Austausch mit den Menschen im Saal am Herzen lag. Trotz der überschaubaren Kulisse gaben beide Acts vom ersten Moment an ihr absolut Bestes.

Ein völlig unbekannter Support-Act entpuppt sich als echter Geheimtipp

Der Abend begann mit Fabian Kuhn, welcher ganz alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne stand und das Publikum animierte. Er forderte die Zuschauer charmant zum Mitsingen auf, während er zwischen den Liedern seine ganz eigenen Geschichten erzählte. Genau so fingen schließlich schon immer die ganz großen Musiklegenden an, die heute die weltweiten Arenen ausverkaufen. Er spielte eine gelungene Mischung aus seinen alten und brandneuen Liedern, welche für mich persönlich im Saal allesamt völlig neu waren. Der sympathische Künstler lud mich direkt in seine eigene kleine Welt ein, und ich habe dort sofort meinen Platz gefunden.

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Ob bei berührenden Songs wie „Constellation“ oder „Lighthouse“ – seine emotionale Geschichtenerzählung war ein absoluter Volltreffer für meine Ohren. Es ist eine wunderschöne Nachricht, dass dieser mir bislang unbekannte Künstler im kommenden Herbst für einige eigene Konzerte auf Tour geht. Wer handgemachte Singer-Songwriter-Kunst auf hohem Niveau schätzt, sollte sich diesen Namen unbedingt für die Zukunft merken. Er schaffte es mühelos, die anfängliche Kölner Kälte komplett zu brechen und das Publikum perfekt auf den Hauptact einzustimmen.

Jack Cullen sorgt für Gänsehaut und emotionale Zeitreisen

Pünktlich um 21:00 Uhr betrat Jack Cullen schließlich die Bühne und im Saal wurde es augenblicklich vollkommen still. Er begann sein Set mit dem wunderschönen Lied „Jessica“, während das gebannte Publikum ehrfürchtig jedem einzelnen Ton lauschte. Ja, es war wahrlich einer dieser seltenen Abende, die man als zutiefst intim, familiär und nur für echte Genießer beschreiben kann. Menschen, die gerne Bob Dylan hören oder deutsche Geschichtenerzähler wie Alex Diehl lieben, kamen hier voll auf ihre Kosten. Es folgten die beiden tiefgründigen Songs „Dark Days“ und „Goldmine“, welche bei mir ganz bestimmte persönliche Triggerpunkte erwischten.

Durch diese ehrlichen Melodien reiste ich gedanklich in meine eigene Vergangenheit, sodass ich einige intensive Lebensmomente erneut erleben durfte. Natürlich spielte der Brite auch die heiß ersehnten Fanthits wie „Man I Need“ oder das emotionale „All My Love“. Am Ende setzte er mit dem grandiosen „Face To Face“ den perfekten Schlusspunkt unter ein denkwürdiges Konzert. Nach etwas mehr als einer Stunde war der Zauber leider schon vorbei, aber die emotionale Wirkung bleibt. Ich hoffe sehr für uns und den Künstler, dass wir uns zeitnah in einer größeren Gruppe wiedersehen.

Auf Einen Blick

  • Event: Intensiver Konzertbericht zum Auftritt von Jack Cullen im Kölner Helios 37
  • Publikum: Leider nur spärlich erschienen, was der familiären und intimen Atmosphäre aber keinen Abbruch tat
  • Support: Fabian Kuhn begeisterte als absoluter Geheimtipp mit den Songs „Constellation“ und „Lighthouse“
  • Hauptact: Jack Cullen berührte die Herzen mit emotionalen Hits wie „Jessica“, „Dark Days“ und „Face To Face“
  • Ausblick: Support-Act Fabian Kuhn geht im kommenden Herbst auf eigene Deutschland-Tournee
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