Eigentlich sollte der heutige Abend eine Nummer größer im Club Bahnhof Ehrenfeld stattfinden, doch aufgrund der Ticketverkäufe wurde die Show nach unten in den intimeren Club YUCA verlegt. In meiner Peter McPoland Köln Rezension frage ich mich ernsthaft, warum viele Musikfans den neuen Talenten so wenig Chancen geben. Ob im YUCA, im Blue Shell oder im Club Volta – genau hier spürt man die Nähe zu den Künstlern und entdeckt die Weltstars von morgen. Wer heute 28 Euro investiert hat, wurde mit einem unglaublichen Set belohnt, das bewies: Die Musik der Zukunft könnte Peter McPoland heißen.
Orlando war der Support-Act von Peter – nur ein Mann, ein Klavier und seine Stimme.
Damit verzauberte er nicht nur das überwiegend junge Publikum, sondern auch mich. Er spielte unter anderem „Try Praying“, bei dem der gesamte Saal den Refrain mitsang und einmal mehr zeigte, dass Köln eine echte Live-Musik-Stadt ist. Obwohl nur etwa 150 Menschen im Raum waren, klang es, als würden tausend Stimmen singen. Sein letzter Song war zugleich seine aktuellste Veröffentlichung „I Love You Too Much“, die den Auftritt perfekt abrundete. Nach dem Konzert bekam einer der Fans sogar seine Setlist – ein Moment, der die besondere Nähe zwischen Künstler und Publikum noch einmal unterstrich.
In der Einleitung seines Sets bewies McPoland schließlich, dass er vom TikTok-Phänomen zum ernstzunehmenden Live-Entertainer gereift ist. Er startete pünktlich um 21 Uhr mit einer unschuldig wirkenden Akustik-Version von „Dead Air“, die sofort für Gänsehaut sorgte. Die Peter McPoland Köln Rezension unterstreicht: Hier wächst ein Star heran.
Zwischen Mundharmonika-Solo und Moshpit-Ekstase
Direkt nach dem ruhigen Start schaltete die Show mit „Good Day“ einen Gang höher. McPoland glänzte an der Akustikgitarre und der Mundharmonika, wobei seine kontrollierte Atemtechnik besonders beeindruckte. Dass das Publikum im YUCA heute fast gänzlich auf Handys verzichtete, wertete das Erlebnis massiv auf. Man war vollkommen präsent, als er Songs wie „What Do You Do To Me?“ performte. Was mich am meisten überraschte, war sein erzählerisches Talent; jeder Song wirkte wie ein neues Kapitel einer Lebensgeschichte. Nach einer intensiven Jam-Phase, die in „Mary Anne“ gipfelte, riss er das Plektrum buchstäblich in Stücke. Die Energie im Raum war zu diesem Zeitpunkt bereits elektrisierend. Der virale Hit „Shit Show“ löste schließlich den ersten riesigen „Moshpit“ des Abends aus, bei dem die Zusammenarbeit zwischen Band und Publikum perfekt funktionierte.
Ehrliche Geschichten und „Digital Silence“
Peter McPoland blieb den ganzen Abend über extrem nahbar und bodenständig. Er erzählte von seinen Anfängen in Rhode Island. Ein besonderes Highlight war der Moment, als ein Zuschauer „Chicken Jockey“ rief und Peter daraufhin spontan den Folk-Song „Rats“ spielte. Die Stimmung schwankte herrlich zwischen intimen Momenten wie „String Lights“ und dem brachialen Lautstärke-Gipfel bei „Digital Silence“. Dieser Song fühlte sich live an, als würde man Green Day zu ihren besten Zeiten zum ersten Mal entdecken. Das Headbangen und die gesangliche Gewalt, die McPoland hier an den Tag legte, ließen keinen Zweifel an seiner musikalischen Entwicklung. Er ist kein schüchterner Internet-Boy mehr; er ist ein Performer, der die Menschen zum Springen und Mitschreien bringt.
Das Finale: Keine Fake-Zugaben, nur ehrlicher Rock
Zum Ende des Abends bewies Peter seinen eigenwilligen Charakter, indem er das Konzept der „Fake-Encores“ kritisierte. Stattdessen spielte er direkt „A Place Like This“, das in einem weiteren massiven Moshpit endete, bei dem er selbst todesmutig ins Publikum sprang. Die Show im YUCA hat gezeigt, dass er als Entertainer über die gesamte Bühne dominiert. Seine Reise von kleinen TikTok-Snippets bis hin zu ausverkauften Shows in den USA ist bemerkenswert. Wer heute Abend in Köln dabei war, spürte das Bedürfnis, dem digitalen Alltag zu entfliehen und einfach in der Musik aufzugehen. Peter McPoland ist auf dem besten Weg, eine riesige Zukunft zu haben – und wir im YUCA werden eines Tages sagen: „Wir haben ihn für 28 Euro in einem kleinen Keller gesehen.“
Alle Fotos Jan Bonk
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