Start / Szenen & Momente / LIVE-REVIEW: LEAH KATE IN KÖLN – PARTY, EMOTIONEN UND EINE STIMME, DIE UNTER DIE HAUT GEHT

LIVE-REVIEW: LEAH KATE IN KÖLN – PARTY, EMOTIONEN UND EINE STIMME, DIE UNTER DIE HAUT GEHT

Einleitung: Die Magie der kleinen Clubs

Manchmal erweisen sich zwei Vorbands als wahrer Segen statt als Fluch. Mein Zug hatte – wie sollte es anders sein – Verspätung. Doch genau dieser Umstand führte dazu, dass ich pünktlich zum dritten Lied des ersten Support-Acts vor der Bühne stand, um die liebe Mimi Foxx zu fotografieren. Ich habe es schon oft erwähnt: Ich liebe Newcomer in intimen Locations. Ob Godwin im Yuca, Izzy Escobar im Helios oder wie gestern Abend Leah Kate im Club Bahnhof Ehrenfeld (CBE) – das sind die Konzerte, bei denen man die Künstler noch hautnah spüren kann. Es herrscht eine ganz eigene Atmosphäre, wenn zwischen Publikum und Star nur ein paar Zentimeter liegen und nach der Show oft sogar Zeit für ein Selfie bleibt.

Mimi Foxx: Wenn die Studio-Magie live verblasst

Den Abend eröffnete Mimi Foxx. Zu diesem Zeitpunkt war das CBE noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt, was es für einen Opener immer schwierig macht. Mimi gab sichtlich alles, um das Kölner Publikum in ihren Bann zu ziehen. Ich hatte mir vorab einige ihrer Songs auf YouTube angesehen und dachte: „Ja, das könnte richtig cool werden.“ Doch hier kommt leider das große „Aber“.

Copyright by Jan Bonk
previous arrow
next arrow

Während die Tracks auf Streaming-Plattformen absolut überzeugen, war der Live-Auftritt zwar kein totaler Reinfall, aber doch weit entfernt von der Qualität der Studioaufnahmen. Teilweise wirkte sie aus dem Takt, und die Töne wurden nicht immer sauber getroffen. Vielleicht war es einfach ein schlechter Tag – ich werde ihr in Zukunft definitiv noch eine Chance geben, denn das Potenzial ist da. Mein Resümee des ersten Slots: Aussehen und gute Produktion sind eben nicht alles; die Live-Präsenz muss erst noch wachsen.

Ana Sky: Die Überraschung des Abends

Nach dem ersten Act waren meine Erwartungen für den zweiten Support, Ana Sky, eher verhalten. Ich befürchtete, es würde sich ähnlich wie zuvor verhalten – doch ich hätte mich nicht mehr irren können. Schon beim ersten Song, der noch fast mystisch begann, haute mich ihre Stimmgewalt komplett um. Ihre Range ist beeindruckend und sie packte mich vom ersten Ton an.

Copyright by Jan Bonk
previous arrow
next arrow

Begleitet von einem Gitarristen, der den Sound perfekt vervollständigte, lieferte Ana eine absolut runde Performance ab. Ein persönlicher Glücksmoment war für mich das Madonna-Cover am Klavier, das für Gänsehaut sorgte. Ihr absoluter Höhepunkt war jedoch die aktuelle Single „Blvd Dreams“. Ein Stück, das sich langsam und atmosphärisch aufbaut, um einen dann mit voller Wucht emotional umzuhauen. Ana Sky, wir warten sehnsüchtig auf deine Headliner-Tour in Deutschland!

Leah Kate: Von Verwechslungen und purer Party-Energie

Pünktlich um 21:00 Uhr betrat der Star des Abends, Leah Kate, die Bühne. Sie legte sofort mit ihrer Single „Genius“ los. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah, aber schon nach den ersten Takten riss mich die Energie mit und ich feierte lauthals mit. Das Publikum war ausgelassen und gab alles – auch wenn Leah zu Beginn kurzzeitig Köln mit Berlin verwechselte. Ein klassischer Tour-Fauxpas, den ihr das Kölner Publikum aber sofort mit einem Lachen verzieh.

Sobald sie realisierte, dass sie am Rhein und nicht an der Spree war, ging die Party erst richtig los. Als dritter Song folgte „911“, und was soll ich sagen? Es ist der ultimative Party-Song. Mehr Eskalation geht kaum, und dabei waren wir erst am Anfang des Sets. Mit einem Drummer und einem Gitarristen an ihrer Seite war das Klangbild auf der Bühne druckvoll und komplett. Es folgten Kracher wie „Meltdown“, „Happy“ und „Ill“.

Ein weiteres Highlight war ihre Interpretation von Kelly Clarksons „Since U Been Gone“. Ein Cover live so ganz anders und eigenwillig zu präsentieren, ist eine Hausnummer für sich – ich fand es großartig. Zum Ende hin folgten „I Forgot“ und das lautstarke Statement „Alice in Fuckboyland“, das mich in seiner Attitüde stark an Kate McCrea erinnerte. Den krönenden Abschluss bildete natürlich „10 Things I Hate About You“, was den Abend perfekt abrundete.

Fazit

Abgesehen von den Startschwierigkeiten der ersten Vorband war dies ein extrem stimmiger und genialer Konzertabend. Es war einer dieser Abende, an denen man einfach Spaß hat, den Alltag vergisst und die Künstlerin in einem fast schon familiären Rahmen erleben durfte.

Auf Einen Blick

  • Event: Leah Kate Live in Köln
  • Location: Club Bahnhof Ehrenfeld (CBE)
  • Datum: Donnerstag, 7. Mai 2026
  • Support: Mimi Foxx, Ana Sky
  • Highlights: „Blvd Dreams“ (Ana Sky), „Since U Been Gone“ Cover & „10 Things I Hate About You“ (Leah Kate)
Markiert:

Social Icons


Wir unterstützen Women in Musik

Unsere Themen

error: Unserer Content ist gesichert !!