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Buffalo Traffic Jam Tour: Konzertreview aus dem Artheater Köln

Ein überraschend junges Folk-Phänomen in Köln

Auf dieses Konzert freute ich mich schon seit etwa einem halben Jahr, als es bekannt wurde, dass die Jungs die Domstadt besuchen werden. Ich habe sofort dafür gesorgt, dass ich dabei sein werde, und kam glücklicherweise relativ pünktlich in der Location an, um das Konzert live zu erleben. Was mich im ersten Moment total überrascht hat, war die Tatsache, dass so viele junge Gäste im Publikum waren. Gerade bei der Folk-Musik war ich von diesem Anblick echt angenehm überrascht. Die lang ersehnte Buffalo Traffic Jam Tour machte im Kölner Artheater Station und bewies eindrucksvoll, dass die Band auf der absoluten Überholspur fährt. Das Leben in der heutigen Musikszene scheint sich in Warp-Geschwindigkeit zu bewegen, doch für das Duo aus Montana ist das offenbar eine sehr gute Sache. Frankie Cassidy und Nathan Ross gründeten das Projekt vor zwei Jahren an der Montana State University in Bozeman. Obwohl die Stadt nicht als musikalischer Hotspot gilt, bauten sie sich in kürzester Zeit mit Arista Records im Rücken eine beachtliche Popularität auf. Diese Show war bereits seit mehr als zwei Monaten restlos ausverkauft.

Rohe Energie und musikalische Vielfalt im Artheater

Die große Frage des Abends war natürlich, ob die Band den enormen Erwartungen live auch tatsächlich standhalten konnte. Die klare Antwort lautet Ja. Der Fokus des Auftritts lag eindeutig auf Cassidy, welcher den gesamten Leadgesang übernahm. Seine raue, whiskey-getränkte Stimme klingt auf den Aufnahmen zwar noch etwas abgenutzter als live, doch die Intensität seines Vortrags war absolut greifbar. Ein riesiger Chor aus treuen Fans unterstützte ihn zudem von der ersten bis zur letzten Minute lautstark. Musikalisch bekam er starke Unterstützung von Ross, der eher im Hintergrund agierte, aber mit seinem gefühlvollen Mandolinenspiel und der E-Gitarre genau die richtigen Akzente setzte. Das Duo wurde für diese Tour erfreulicherweise durch eine feste Rhythmussektion ergänzt. Caden Streeter am Schlagzeug und Louie Cevasco am Bass verliehen dem Sound als Quartett deutlich mehr Fülle und Stabilität. Der Opener „Strangers Now“ zog das Publikum sofort komplett in seinen Bann und bewies direkt, dass die Songs live viel kraftvoller als die reinen Studioversionen klingen.

Einzigartige Coverversionen und emotionale Höhepunkte

Die Band bewegte sich zunächst im vertrauten Spektrum des Indie-Folk, doch genau im richtigen Moment wechselte die Gruppe geschickt den Gang. Bei dem Song „Forgot Your Roots“ zeigten sie ihre Bluegrass- und Americana-Seite, was das Publikum zeitweise vor Ergriffenheit komplett verstummen ließ. Ein echtes Highlight des Abends war ihre gewagte Interpretation des Klassikers „The House of the Rising Sun“. Sie lieferten keine einfache Bar-Band-Version ab, sondern verschoben das Stück stilistisch in Richtung Americana und Blues-Rock. Dadurch machten sie den weltbekannten Song im Vergleich zum Original fast unkenntlich, was vom Kölner Publikum mit tobendem Applaus honoriert wurde. Auch der emotionale Durchbruchssong „Fool’s Gold“ sorgte mit seinem melancholischen Grundton und dem reduzierten Arrangement aus Mandoline und Kickdrum für Gänsehautmomente. Die Band bewies mit diesem vielseitigen Set eine enorme musikalische Bandbreite und eine sehr persönliche, nahbare Bühnenpräsenz.

Neue Songs und ein kompakter, effektiver Abriss

Neben den bekannten Stücken präsentierte die Band dem Kölner Publikum auch drei noch unveröffentlichte Songs. Hierbei stach die Nummer „Too Young to Die“ besonders heraus. Auch die Single „Hanging on Hope“, welche erst am Freitag zuvor erschienen war, wurde vom Publikum bereits textsicher mitgesungen. Dies zeigt die extrem starke Bindung der Fans, die sich selbst als „Novas“ bezeichnen. Die kompakte Show dauerte insgesamt nur 65 Minuten, wodurch die Musiker ihre Zeit auf der Bühne optimal und ohne Längen nutzten. Am Ende machten sie der Menge mit der Ankündigung von 13 neuen Songs Hoffnung auf baldigen Nachschub. Die Buffalo Traffic Jam Tour hat im Artheater eindrucksvoll unterstrichen, dass dieses Duo zu den vielversprechendsten neuen Stimmen im modernen Folk-Rock gehört. Der Weg auf die ganz großen Bühnen ist für diese Musiker definitiv vorgezeichnet.

Auf Einen Blick

  • Ausverkauftes Haus: Das Konzert im Kölner Artheater war bereits zwei Monate im Vorfeld komplett ausverkauft.
  • Junges Publikum: Überraschend viele junge Fans strömten in die Location, was für ein Folk-Konzert eher ungewöhnlich ist.
  • Erweiterter Sound: Das Kern-Duo wurde live durch Bass und Schlagzeug unterstützt, was den Songs deutlich mehr Druck verlieh.
  • Setlist-Highlights: Neben dem viralen Hit „Fool’s Gold“ überzeugte eine radikale Blues-Rock-Neuinterpretation von „The House of the Rising Sun“.
  • Kompakte Show: Nach knackigen und intensiven 65 Minuten verabschiedete sich die Band mit der Ankündigung von 13 neuen Songs.
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