Manchmal gibt es diese seltenen Momente, in denen man genau weiß, dass man Zeuge von etwas ganz Großem wird. Ich hatte das unverschämte Glück, die Londoner Newcomerin Sienna Spiro bereits vor einigen Wochen live in Köln erleben zu dürfen – noch bevor ihr Debüt-Album überhaupt in den Regalen stand. Nach diesem absolut grandiosen, intimen Auftritt war ich natürlich extrem gespannt und voller Vorfreude, wie das fertige Werk auf Konserve bei mir ankommen würde.
Für dieses Erlebnis musste es natürlich die Vinyl-Version sein: Und zwar die exklusive, wunderschöne Amazon-Edition in der Farbe „Brunette“. Also, das gute Stück vorsichtig aus der Hülle gezogen, die Nadel aufgesetzt, den Plattenspieler angeworfen und schnurstracks eingetaucht in die faszinierende, analoge Klangwelt von Sienna Spiro The Visitor.
Zwischen stimmlicher Grandezza und analoger Perfektion
Schon beim Opener wird klar: Die erst 21-jährige Künstlerin wandelt stilsicher auf den Spuren britischer Soul-Pop-Queens wie Adele oder Amy Winehouse. Doch Sienna Spiro bringt eine ganz eigene, fast schon altersweise Reife mit. Auf Anraten ihres Vaters studierte sie intensiv die Phrasierung von Frank Sinatra. Gepaart mit Einflüssen von Legenden wie Etta James, Nina Simone oder Billie Holiday verleiht dies ihrer hauchigen Altstimme ein zutiefst jazziges und bluesiges Timbre. Ihre markanten Stimmbandknötchen, die an kleinen Stellen charmant aufbrechen, schenken dem Sound einen extremen Wiedererkennungswert und eine ungefilterte Authentizität, die sie wohl selbst als „Intentional“ bezeichnen würde.
Musikalisch setzt das Album konsequent auf klassische Tugenden. Eingespielt in den Abbey Road Studios, den Electric Lady Studios in New York und den Valentine Studios in Los Angeles, atmet die Produktion puren analogen Geist. Hier wurde bewusst auf Autotune oder künstliche KI-Hilfsmittel verzichtet. Stattdessen agieren alle Instrumentalisten live im selben Raum. Bei Tracks wie dem opulenten „Time, You & Me“ wird sie sogar vom 20-köpfigen Hollywood Cinematic Orchestra unter der Leitung von Peter Rotter unterstützt. Das Ergebnis klingt so wuchtig, durchsetzungsfähig und dramatisch, dass der Song problemlos als Titeltrack für den nächsten James-Bond-Film durchgehen könnte – eine stimmliche Shirley-Bassey-Referenz inklusive.
Ein zeitloses Statement statt schneller TikTok-Hits
Inhaltlich dreht sich auf dem Werk alles um die Themen Selbstfindung, Vergänglichkeit und das schmerzhafte Verarbeiten von toxischen Beziehungen. Während sie auf dem treibenden Breakthrough-Hit „Die On This Hill“ (der ihr bereits den internationalen Durchbruch bescherte) von emotionaler Selbstaufgabe singt, zeigt sich im Titelsong eine fast greifbare Isolation. Sie fühlt sich wie ein vorübergehender Gast in einer fremden Welt. Es ist ein Album für die späten Abendstunden. Bis auf das munter groovende Soul-Pop-Stück „Not My Baby“ regiert hier die melancholische und nachtschattige Balladen-Queen, die sich sichtlich wohl dabei fühlt, tief in ihren eigenen Wunden zu graben.
Spannend bleibt auch ihre optische Inszenierung: Sienna zelebriert den Look der Sixties. Es wirkt fast so, als wolle sie – ähnlich wie die Musikerin Laufey – ihre junge Generation über eine geschickte Retro-Ästhetik wieder an die alten Old-School-Traditionen heranzuführen. Doch keine Sorge, musikalisch ist das hier kein verstaubtes Nostalgie-Projekt, sondern ein absolut zeitloses Statement. Wer nach einem organischen Album mit Substanz sucht, wird hier fündig.

Auf Einen Blick
- Künstlerin: Sienna Spiro
- Album: Debüt-Werk „The Visitor“ (VÖ: Sommer 2026)
- Format: Exklusive Amazon Vinyl-Edition in der Farbe „Brunette“
- Sound: Analoger Mix aus Soul, Jazz, Blues und Pop, live im Studio eingespielt
- Besonderheit: Aufnahmen komplett ohne Autotune und KI-Nachbearbeitung
- Sienna Spiro: The Visitor – Ein grandioses Kölner Live-Erlebnis dreht sich auf exklusiver Brunette-Vinyl
Manchmal gibt es diese seltenen Momente, in denen man genau weiß, dass man Zeuge von etwas ganz Großem wird. Ich hatte das unverschämte Glück, die Londoner Newcomerin Sienna Spiro bereits vor einigen Wochen live in Köln erleben zu dürfen – noch bevor ihr Debüt-Album überhaupt in den Regalen stand. Nach diesem absolut grandiosen, intimen Auftritt - Deep Purple – SPLAT!: Ein leidenschaftlicher Befreiungsschlag voller Spielfreude
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