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Ashnikko live im Kölner Palladium: Ein bunter Safe Space voller roher Energie

Ashnikko live in Köln Fotos

Als mein Fotograf und ich das Kölner Palladium erreichten, schlug uns bereits vor den Toren eine regelrechte Explosion aus Farben und positiver Energie entgegen. Die Schlange vor dem Einlass glich einem bunten Meer aus kreativen Outfits, leuchtenden Haarfarben und strahlenden Gesichtern. Mein Fotograf drehte sich zu mir um und meinte direkt: „Ich muss heute gar nicht nur die Bühne im Auge behalten. Das Publikum ist so bunt und positiv – ich könnte meine Kamera einfach in die Menge halten und jeder würde sofort spüren, wie viel Energie hier im Raum liegt.“

Da wir noch etwas Zeit bis zum Beginn hatten, mischten wir uns unter die Fans und kamen ins Gespräch. Auf die Frage, was diesen Abend für sie so besonders macht, fielen zwei Begriffe immer wieder: Safe Space und pure Freude. Hier kam eine Gemeinschaft zusammen, die sich gegenseitig feiert, Akzeptanz lebt und für ein paar Stunden den Alltag komplett aussperrt.

Bunter Auftakt und modernes Pop-Musical

Lange mussten wir nicht warten. Punkt 21:00 Uhr öffnete sich eine kleine Tür im aufwendigen Bühnenbild und Ashnikko betrat die Szene. Leicht verpeilt, überrascht und genau deshalb so nahbar, stieg sie direkt mit Sticky Fingers ein. Das Palladium fackelte nicht lange: Ab der ersten Sekunde wurde mitgesungen, getanzt und jede Bewegung auf der Bühne gefeiert.

Was mich während des gesamten Konzerts faszinierte, war die Leichtigkeit, mit der Ashnikko selbst schwere, oft gesellschaftlich kritische Themen in eingängige Texte verpackt. Das Ganze wirkt live wie eine Art modernes Pop-Musical mit klarer Haltung – das genaue Gegenteil beispielsweise zu einer Künstlerin wie Sofia Isella, die ich ebenfalls vor Kurzem live erleben durfte.

Mit dem sarkastischen Microplastics folgte ein Song, dessen Kernzeile alles verrät: „I want you in my body like microplastics“. Bei Tracks wie Trinkets und dem Titelsong der aktuellen Tour, Smoochie Girl, gab es im Publikum kein Halten mehr. Jede Tanzbewegung in der Crowd saß, jedes Wort wurde lautstark mitgefeiert.

Puls 180: Der persönliche Höhepunkt

Mein persönlicher Höhepunkt folgte etwa zur Mitte des Sets mit Stupid. Dieser Power-Song begleitet mich sonst regelmäßig bei meinen Laufeinheiten auf der Trainingsbahn. Aber ihn live im Palladium zu hören, war eine völlig andere Dimension. Die ohnehin schon gewaltige Energie des Tracks wurde im Raum mindestens verzehnfacht.

Wenn man sonst alleine seine Runden dreht und plötzlich gemeinsam mit mehreren tausend Fans jede Zeile gegeneinander brüllt, erzeugt das eine gewaltige Gänsehaut. Ein Song, der mich ab jetzt bei jedem Training noch viel weiter tragen wird als bisher.

Spätestens bei Wet Like fühlte es sich an, als würde die kochende Stimmung im Saal die Stahlträger des Palladiums zum Schmelzen bringen. Für einen kurzen Moment hatte ich fast die Befürchtung, das Gebäude könnte unter der gebündelten Kraft von Ashnikko und ihren Fans zusammenbrechen. Es war legendär – genau wegen dieser Momente und dieser spürbaren Zusammengehörigkeit von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Hintergründe und Lebensentwürfe besuche ich Live-Konzerte. Wer Ashnikko nicht live erlebt hat, wird dieses Phänomen kaum greifen können.

Bis an die physischen Grenzen

Mit meinen 40 Jahren hatte mich Stupid bereits an den Rand des K.o. gebracht, doch Liquid forderte mir endgültig alles ab. Ich war körperlich bedient, die Beine brannten, aber an eine Pause war schlichtweg nicht zu denken. Wie sollte man bei diesen Beats auch stillstehen bleiben?

„My body’s liquid, I’m way more wicked than you thought, So sick and twisted, so hedonistic, oh my God“

Die Party ging gnadenlos weiter. Muskelkater am nächsten Tag? Völlig egal. Man lebt schließlich nur einmal.

Im Finale zündete Ashnikko noch einmal ein echtes Feuerwerk: Itty Bitty, Slumber Party und als krönender Abschluss Daisy. Slumber Party hatte ich vorher tatsächlich nicht auf dem Schirm, aber der Track hat mich live so abgeholt und geflasht, dass er noch auf dem Heimweg direkt auf meiner Playlist landete.

Eindrucksvoll war auch das Tempo der Show: Ashnikko nahm zu keinem Zeitpunkt Dampf heraus. Die Show wurde gefühlt von Minute zu Minute schneller und intensiver. Das Publikum ging jeden einzelnen Schritt bedingungslos mit und machte diesen Abend zu etwas ganz Einzigartigem. Als die letzten Akkorde von Daisy verhallten, war klar, dass der Abschied nahte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge machten mein Fotograf und ich uns auf den Rückweg zum Auto, wo wir die Highlights der Show noch einmal Revue passieren ließen.

Fazit: Ein Abend, der nachwirkt

Der Morgen danach fühlte sich ein wenig an wie der Zustand eines Süchtigen auf Entzug: Man wünscht sich sofort mehr Stoff, mehr Energie und das nächste Live-Erlebnis mit dieser Ausnahmekünstlerin in Deutschland.

Wenn man sich nach diesem Konzert etwas wünschen dürfte, dann dass unsere Welt im Alltag genauso bunt, offen, positiv und voller Akzeptanz wäre wie dieser Abend im Palladium. Ein Ort, der gleichzeitig ein geschützter Safe Space ist und Raum bietet, um Gedanken zu feiern, die gesellschaftlich sonst oft noch kritisch beäugt werden.

Ein großer Dank geht an Live Nation und das Management dafür, dass die verschobene Show nachgeholt wurde und wir live miterleben durften, was es bedeutet, ein echtes Smoochie Girl zu sein.

Auf einen Blick

  • Event: Ashnikko Live-Konzert (Nachholtermin der Tour)
  • Location: Palladium, Köln
  • Veranstalter: Live Nation
  • Atmosphäre: Bunter Safe Space, hohe Publikumsenergie, gelebte Akzeptanz
  • Show-Start: 21:00 Uhr mit Sticky Fingers
  • Setlist-Highlights: Microplastics, Trinkets, Smoochie Girl, Stupid, Wet Like, Liquid, Itty Bitty, Slumber Party, Daisy
  • Fazit: Ein intensiv durchgetakteter, mitreißender Abend mit hochenergetischer Performance von der ersten bis zur letzten Minute
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