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Review: The Script – „The User’s Guide To Being Human“

The Script The User's Guide To Being Human

Seit Jahren gehören Die Iren von The Script zu den festen Begleitern meines Alltags. Ob bei schweißtreibenden Laufeinheiten auf der Trainingsbahn oder unterwegs im Auto – Tracks wie „Hall of Fame“, „I Want It All“ oder „No Sound Without Silence“ laufen bei mir in Dauerschleife. Umso größer war meine Vorfreude auf ihr mittlerweile achtes Studioalbum. Nach dem schmerzhaften Verlust ihres Mitbegründers und Gitarristen Mark Sheehan im Jahr 2023 und dem darauffolgenden Trauer-Album „Satellites“ stellte sich für mich allerdings auch eine gewisse Nervosität ein. Wie würde die Band klingen? Wohin geht die musikalische Reise? Ich wollte das Werk unbedingt sofort nach dem Release am 14. August 2026 hören und habe mir daher direkt die limitierte Clear LP auf Vinyl gesichert. Nadeltropfen auf das transparente Wachs – und los geht’s.

Eine persönliche Entdeckungsreise zwischen Stadion-Pop und Seelenstriptease

Schon beim ersten Anhören wird klar: Danny O’Donoghue, Glen Power, Benjamin Sargeant und Ben Weaver haben nicht versucht, das Rad neu zu erfinden, sondern ihre absolute Stärke perfektioniert. The Script verstehen wie kaum eine andere Band die Kunst, private Verletzlichkeit in riesige Hymnen für gefüllte Arenen zu verwandeln.

Der Einstieg mit „Man in the Arena“ knallt direkt mit einer mitreißenden, fast kämpferischen Energie los. Inspiriert von Theodore Roosevelts berühmter Rede, fordert der Track dazu auf, am Leben aktiv teilzunehmen und sich nicht von Kritikern lähmend beirren zu lassen. Die Produktion ist gewohnt makellos, doch das filigrane Ausfaden der Vocals am Ende verleiht dem Song eine erstaunliche Eleganz.

Ein persönliches Highlight folgte für mich bereits an zweiter Stelle: „The Crowd Was Singing Wonderwall“. Der Track beginnt intim mit Akustikgitarre und Gesang und erzählt die Geschichte zweier entfremdeter Freunde, die sich unverhofft auf einem Konzert wiederbegegnen. Der Song baut sich zu einem gewaltigen Stadion-Singalong auf – nostalgisch, ergreifend und ohne ins Kitschige abzudriften.

Vielfalt auf der Nadel: Von Breakbeats bis zu tiefen Wunden

Die A-Seite der Clear LP überrascht mit erstaunlich vielschichtigen Einflüssen. „Scars Align“ liefert mitreißenden Radio-Pop, der vergangenem Schmerz etwas Positives abgewinnt. Der Titelsong „The User’s Guide To Being Human“ bildet das gesellschaftskritische Herzstück: In einer Welt voller Roboter, KI und fortschreitender Technologie feiert der Song die menschliche Seele mit all ihren unperfekten Macken. Die Mischung aus Gesang und Spoken-Word-Passagen macht den Track extrem fesselnd.

Musikalisch schlagen The Script im weiteren Verlauf erstaunliche Haken:

  • „After We’Gone“ überrascht mit clubtauglichen Electronic-Beats und schnellem Tempo, verhandelt dabei aber existenzielle Fragen nach dem Leben nach dem Tod.
  • „Living Our Life Without Me“ berührt mit einem wunderschönen Klavierarrangement. Der Blick auf eine Ex-Partnerin, die mit Familie und eigenen vier Wänden weiterzieht, während man selbst einsam zurückbleibt, ist lyrisch herausragend.
  • „I’m 100 Different People“ bringt eine spürbar dunklere, fast toxische Atmosphäre auf die Platte, die sich von geheimnisvoll bis emotional explosiv steigert.

Besonders tief geht „Years“. Die rohe, gitarrenlastige Nummer verhandelt die Zerstörungskraft von Alkoholismus innerhalb einer Familie. Vor dem Hintergrund, dass Sänger Danny O’Donoghue nach Mark Sheehans Tod offen über seine eigenen Phasen des schweren Trinkens sprach, trifft einen dieser Song mit voller Wucht im Magen.

Hoffnung, Reife und der Blick nach vorne

Glücklicherweise fängt das fröhliche, kopfnickende „Alive“ den Hörer danach direkt wieder auf. Es zelebriert das pure Menschsein und die Dankbarkeit fürs Atemholen. Mit „Grow Old With Grace“ folgt eine wunderschöne Ode an das gemeinsame Altern – ein Titel, der mich emotional sofort an meine Großeltern erinnert hat.

Mit „One Team For Life“ schließt das Album schließlich genau dort ab, wo The Script seit fast zwei Jahrzehnten am stärksten sind: im kollektiven Zusammenhalt. Es ist eine Hymne über Teamgeist, Liebe und gemeinsamen Widerstand gegen alle Widerstände.

Für mich persönlich hat sich das Warten auf diese Platte mehr als gelohnt. Die Translucent Clear LP macht im Plattenspieler optisch mächtig was her und klanglich liefern The Script ein hoch-emotionales, extrem reifes Album ab, das perfekt auf meine Lauf-Playlists wandern wird.

Wer die neuen Songs und die Klassiker live erleben möchte, hat im Spätherbst die Gelegenheit dazu. Im Rahmen ihrer Europatournee kommen die Jungs im November 2026 für insgesamt zwei Konzerte nach Deutschland:

Mo. 23.11.2026 München Zenith
Di. 24.11.2026 Düsseldorf Mitsubishi Electric Halle

Auf Einen Blick

  • „The User’s Guide To Being Human“ ist das achte Studioalbum der irischen Pop-Rock-Band The Script.
  • Das Album erschien am 14. August 2026 und vereint Arena-Pop, R&B, Dance-Grooves und emotionale Balladen.
  • Thematisch behandelt das Werk Menschlichkeit, Verlust, Aufarbeitung von Narben und gemeinsame Hoffnung.
  • Die Platte überzeugt durch eine extrem hochwertige Produktion und große, emotionale Hooks.
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